Gesund leben wollen doch immer alle. Über Jahrzehnte hinweg orientierten wir uns an der Nahrungsmittel-Pyramide, um uns ausgewogen zu ernähren.
In der Informationsgesellschaft des 21. Jahrhunderts gehört aber zu einem ausgeglichenen Lebensstil nicht bloss ausgewogene Ernährung und viel Bewegung, sondern auch eine ausgewogene Mediennutzung.
Das Tech-Magazin "Wired" hat ein Mediennutzung-Pyramide entworfen. Daran sollten wir uns alle richten:
Damit wir in Zukunft noch bequemer und noch rauschfreier Musik hören und Handy-Gespräche halten können, betreibt Plantronics Forschung am Ohr. Aus einer Unmenge von Ohr- und Ohrgangabdrücken werden Durchschnittswerte bestimmt und das typische Ohr eines Menschen hochgerechnet.
Seit der Einführung des iPhones vor rund drei Jahren sind Touch-Screens und Multi-Touch in all ihren ausgefallensten Formen nicht mehr wegzudenken. Oder wer hat sich noch nie ertappt auf auf den Bildschirm eines Bancomaten zu tippen obwohl dieser noch mit seitlichen Knöpfen ausgestattet ist, und die Berührung des Screens keinen Effekt hat? Dies ist jetzt aber doch ein verdammt heisses DJ-Equipment. Captain Kirk von der Enterprise hätte da auch seine Heidenfreude...
Mit der Einführung und dem unheimlichen Erfolg des iPad von Apple haben insbesondere die Printmedien wieder Hoffnung und sehen Licht am Ende des Tunnels. Wie sich der ganze eZine- und ePaper-Markt entwickelt, wird sich noch zeigen. Im Grossen und Ganzen können wir uns jedoch getrost auf Rieplsches Gesetz berufen, welches besagt, dass einmal bewährte Medien – wie es die Papierpresse ist – nicht von einem Neuen völlig ersetzt wird. Auch die Malkunst und die daran hängenden Industrien der Ölfarben-, Pinsel- und Leinwandhersteller können sich bedroht fühlen: So zeigt der amerikanische Maler David Jon Kassan - welcher für seine fotorealistischen Arbeiten bekannt wurde -, was er aus dem iPad heraus holt. Ich bin mir sicher, Leonardo da Vinci würde sich um ein solches Teil reissen.
Der Schönheitswahn moderner Frauenmagazin-Gesellschaften lässt uns immer wieder zu neuen ausgefallenen Ideen kommen. Hier mal ein ganz spezielles Trainingsprogramm...
Wenn in Zürich jeweils das Landesmuseum zu Weihnachten, das Grossmünster zum Nationalfeiertag oder das ETH-Hauptgebäude zum 150-jährigen Jubiläum farbig beleuchtet und kreativ durch den renommierten Lichtkünstler Gerry Hofstetter illuminiert werden, lässt sich dem Betrachter höchstes ein kleines zufriedenes Lächeln entlocken. Passanten kommentieren die Bilder oftmals mit: "Schöni Wiehnachtsbelüchtig, aber was bitte isch da dra Kunscht?" Dies soll hier nicht infrage gestellt werden. Schaut euch einfach mal dieses Video an. Offener Mund und Wow-Ausrufe garantiert!
Endlich ist es so weit, das langersehnte Apple iPad wurde am 3. April im gläsernen Store mit dem grossen Apfel an der Fifth Avenue in New York den Fans in die Hand gedrückt. Natürlich wurde wie immer, wenn Apple etwas "revolutionäres" ankündigt vor dem Laden gecampt und die Journalisten machten über Ostern Überstunden.
Die danach ausgelöste Video-, Podcast-, Blog-, und sonstige Nachrichtenflut war zu erwarten. Was mich jedoch erstaunt war, dass einige Stunden nach dem Öffnen der Apple Store-Pforten Videos im Netz aufgetaucht sind, wo Jungs das frisch gekaufte iPad mit einem Baseball-Schläger zerhämmerten und das gleichzeitig (wahrscheinlich mit einem iPhone) aufnahmen. Zuhören war nur Gegröle und Gelächter. Natürlich kann man darin eine gewisse Kritik an der kapitalistischen Konsumgesellschaft sehen und einen Ausdruck von Rebellion gegen das System. Ich bin mir aber nicht sicher, ob da nicht doch etwas zu viel in die Aktion herein interpretiert würde. Im Gespräch mit einem lokalen TV-Sender erklärt der Junge, dass er einfach der erste sein wollte, der ein iPad zerstört.
"I wanted to be the first one to break an iPad because I see videos of people breaking things on YouTube like PS3 and Wiis ... and I figured this one would be next."
Mir scheint diese Performance eher das Gegenteil zu zeigen. Keine Kapitalismuskritik ist hier zu finden, sondern eher das Hochpreisen des goldenen Kalbes Apple.
Immer amüsant ist in diesem Zusammenhang auch die Filmreihe "Will it blend?", wo viel eher kapitalismuskritische Elemente zu finden sind, obwohl es sich um eine echte Werbung für ein Produkt aus dem Hause Blendtec handelt:
Im deutschen Bundesland Baden-Württemberg sollen E-Sports, also das wettkampfmässige Austragen von Computerspielen im Multiplayermodus, fester Bestandteil des Sportunterrichts werden. "Computerspiele sind eine ausgezeichnete Möglichkeit, die Hand-Auge-Koordination und die Reaktionsgeschwindigkeit zu schulen. Außerdem fördern viele Spiele die räumliche Orientierung, Durchhaltevermögen sowie taktisches Denken", so ein Sprecher des dortigen Bildungsministeriums.
Schon seltsam, noch vor einem Jahr wollten unsere nördlichen Nachbarn, nach einem Amoklauf eines Jugendlichen, gewalttätige Computergames verbieten. Jetzt sind wir Schweizer ihnen zuvor gekommen.
Grundsätzlich ist ja nichts an Computerspielen auszusetzen. Insbesondere sollte sich die Schule, welche noch immer Haupterzieher der Jugend ist, mit neuen Medien und deren gesellschaftlichen Auswirkungen auseinandersetzen. Computerspiele gehören nunmal zum Alltag eines Jugendlichen. Serious games zeigen, dass nicht immer geballert und gerannt werden muss. Welche Spiele genau in den Schulen von Baden-Württemberg gespielt werden, bleibt noch offen. Eines ist aber sicherlich erfreulich: Endlich werden Computerspiele ernst genommen und deren pädagogischen Wert diskutiert.